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Reiss Motivation Profile® | Warum gute Entscheidungen unterschiedliche Perspektiven brauchen.

Reiss Motivation Profile® | Warum gute Entscheidungen unterschiedliche Perspektiven brauchen.

Warum gute Entscheidungen unterschiedliche Perspektiven brauchen.

Als geschäftsführender Gesellschafter treffen Sie täglich Entscheidungen mit Auswirkungen auf Menschen, Organisation und Zukunft. Gleichzeitig gehen wir häufig davon aus, dass andere dieselbe Situation ähnlich bewerten würden wie wir selbst.

Die Realität zeigt etwas anderes.

Menschen betrachten dieselbe Situation oft vollkommen unterschiedlich. Was für die eine Person eine Chance darstellt, erkennt eine andere als Risiko. Was für die eine Person dringend erscheint, bewertet eine andere als nachrangig. Was für die eine Person logisch wirkt, löst bei einer anderen Zweifel aus.

Die Realität bleibt dieselbe.

Die Wahrnehmung jedoch nicht.

Und genau hier beginnen viele Missverständnisse, Konflikte und Fehlentscheidungen. Nicht, weil Menschen unterschiedliche Ziele verfolgen. Nicht, weil ihnen Informationen fehlen. Sondern, weil sie dieselbe Situation unterschiedlich wahrnehmen und daraus unterschiedliche Schlussfolgerungen ableiten.

Je größer die Verantwortung wird, desto wichtiger wird deshalb die Fähigkeit, die eigene Perspektive regelmäßig zu hinterfragen und zusätzliche Sichtweisen bewusst in Entscheidungen einzubeziehen.

Denn die teuersten Entscheidungen entstehen häufig nicht durch fehlende Informationen.

Sie entstehen dann, wenn wichtige Perspektiven unberücksichtigt bleiben.

Das eigentliche Risiko.

Mit zunehmender Größe und Komplexität einer Organisation verändert sich die Art der Entscheidungen. Während operative Themen zunehmend von Führungskräften und Mitarbeitenden übernommen werden, verbleibt die Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens bei der Unternehmensleitung.

Kunden, Mitarbeitende, Wachstum, Veränderung, Chancen und Risiken wirken gleichzeitig auf Entscheidungen ein. Der Blick richtet sich zunehmend auf Zusammenhänge, Wechselwirkungen und langfristige Entwicklungen. Gleichzeitig entsteht ein natürlicher Abstand zu den operativen Details des Tagesgeschäfts. Genau diese Distanz ermöglicht es, strategisch zu denken, Prioritäten zu setzen und die Zukunft der Organisation aktiv zu gestalten.

Genau darin liegt jedoch auch das Risiko.

Denn mit zunehmendem Abstand wächst die Gefahr, Situationen überwiegend aus der eigenen Wahrnehmung heraus zu bewerten. Abweichende Meinungen erscheinen dann nicht immer als wertvolle Ergänzung, sondern gelegentlich als Widerstand gegen eine Idee oder einen eingeschlagenen Weg. Dadurch gehen Perspektiven verloren, die möglicherweise wichtige Risiken, Chancen oder Handlungsoptionen sichtbar gemacht hätten.

Die Auswirkungen zeigen sich meist erst später. Entscheidungen werden getroffen, Veränderungen umgesetzt und Projekte gestartet. Erst im Nachgang wird deutlich, welche Sichtweisen gefehlt haben und welche Konsequenzen daraus entstanden sind.

Die teuersten Entscheidungen entstehen deshalb häufig lange bevor sie getroffen werden. Nicht, weil Informationen fehlen. Sondern, weil wichtige Perspektiven fehlen.

Eine meiner dysfunktionalsten Entscheidungen.

Vor vielen Jahren kam es in meinem Unternehmen zu einem Konflikt mit einer erfahrenen Führungskraft.

Aus meiner Sicht lag eine wirtschaftliche Chance auf dem Tisch. Die Zahlen schienen zu passen, die Entscheidung erschien logisch und der eingeschlagene Weg war für mich klar.

Die betreffende Führungskraft sah dieselbe Situation völlig anders. Während ich vor allem die Chancen erkannte, richtete sich ihr Blick auf Risiken, Wechselwirkungen und mögliche Auswirkungen auf bestehende Abläufe.

Damals war ich überzeugt, die Situation richtig eingeschätzt zu haben.

Heute weiß ich:

Das eigentliche Problem war weder die Person noch die Entscheidung.

Das eigentliche Problem war meine Interpretation der Situation.

Ich war überzeugt, dass eine sinnvolle Veränderung blockiert wird. Tatsächlich wurde mir jedoch eine Perspektive aufgezeigt, die ich selbst nicht gesehen hatte.

Die Erkenntnis kam mit dem Reiss Motivation Profile®. Für die bereits getroffene Entscheidung kam sie allerdings zu spät.

Heute betrachte ich Einwände, Kritik und abweichende Sichtweisen anders als damals. Nicht weil jede Meinung automatisch richtig ist. Sondern weil jede Perspektive Informationen enthalten kann, die mir in diesem Moment noch fehlen.

Die entscheidende Frage lautet für mich deshalb nicht mehr:

Wer hat Recht?

Sondern:

Was sieht der andere, was ich gerade nicht sehe?

Wer war Steven Reiss?

Bildcollage des amerikanischen Psychologen Steven Reiss, dessen Forschungen zu den 16 Lebensmotiven und zur Entwicklung des Reiss Motivation Profile® führten.
Steven Reiss (1947–2016) widmete einen wesentlichen Teil seines Lebens der Frage, was Menschen wirklich antreibt und weshalb sie dieselbe Realität unterschiedlich wahrnehmen.

Die Frage, warum Menschen dieselbe Situation unterschiedlich wahrnehmen, beschäftigte auch den amerikanischen Psychologen und Universitätsprofessor Steven Reiss (1947-2016). Während eines längeren Krankenhausaufenthaltes begann er sich intensiv mit einer einfachen, aber tiefgreifenden Frage auseinanderzusetzen:

Was treibt Menschen wirklich an?

Nach seiner Genesung widmete er sich über viele Jahre der Motivforschung. Aus ursprünglich mehr als 500 möglichen Beweggründen entwickelte er mithilfe umfangreicher empirischer Untersuchungen und statistischer Verfahren ein Modell mit 16 grundlegenden Lebensmotiven, die in jedem Menschen vorhanden sind.

Seine zentrale Erkenntnis war dabei ebenso einfach wie faszinierend:

Nicht die Motive unterscheiden Menschen voneinander. Die Unterschiede entstehen durch die individuelle Ausprägung dieser Motive.

Jeder Mensch besitzt dieselben grundlegenden Motive. Was uns unterscheidet, ist die Bedeutung, die wir ihnen beimessen. Daraus entsteht eine Persönlichkeit, die so individuell ist wie ein Fingerabdruck.

Aus dieser Forschung entstand das Reiss Motivation Profile®, das heute weltweit eingesetzt wird, um menschliche Motivstrukturen sichtbar und verständlich zu machen.

Was ist das Reiss Motivation Profile®?

Das Reiss Motivation Profile® macht sichtbar, welche Motive, Werte und Antreiber unser Denken, Entscheiden und Handeln beeinflussen.

Es bewertet Menschen nicht und ordnet sie nicht in Kategorien ein. Stattdessen hilft es zu verstehen, warum Menschen dieselbe Situation unterschiedlich wahrnehmen und daraus unterschiedliche Entscheidungen ableiten.

Die Grundlage bilden 16 Lebensmotive, die nach den Forschungen von Steven Reiss in jedem Menschen vorhanden sind. Was uns unterscheidet, ist nicht das Vorhandensein dieser Motive, sondern deren individuelle Ausprägung. Daraus entstehen unterschiedliche Prioritäten, Bedürfnisse und Sichtweisen.

Menschen unterscheiden sich nicht dadurch, dass sie andere Motive besitzen. Menschen unterscheiden sich dadurch, welche Bedeutung sie diesen Motiven geben.

Genau darin liegt für mich die Stärke des Reiss Motivation Profile®. Es schafft Verständnis. Für uns selbst. Für andere Menschen. Und damit die Grundlage für respektvolle Kommunikation, tragfähige Entscheidungen und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die 16 Lebensmotive.

Die Forschungen von Steven Reiss führten zu 16 grundlegenden Lebensmotiven, die in jedem Menschen vorhanden sind. Sie beeinflussen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, was wir als wichtig empfinden und wie wir Situationen bewerten.

Dabei gibt es keine guten oder schlechten Motive. Ebenso wenig existiert eine ideale Ausprägung. Die Unterschiede entstehen ausschließlich dadurch, welche Bedeutung einzelne Motive für einen Menschen haben.

Genau daraus ergeben sich unterschiedliche Sichtweisen, Prioritäten und Verhaltensweisen.

Grafische Übersicht der 16 Lebensmotive des Reiss Motivation Profile® mit Symbolen für Macht, Unabhängigkeit, Neugier, Anerkennung, Ordnung, Sparen, Ehre, Idealismus, Beziehungen, Familie, Status, Rache, Schönheit, Essen, Bewegung und Innere Ruhe.
Die 16 Lebensmotive nach Steven Reiss bilden die Grundlage des Reiss Motivation Profile®. Jeder Mensch besitzt alle Motive, unterscheidet sich jedoch in deren individueller Ausprägung.

Jeder Mensch besitzt ein individuelles Motivprofil

Aus den unterschiedlichen Ausprägungen der 16 Lebensmotive entsteht ein individuelles Motivprofil.

Dieses Profil macht sichtbar, welche Motive besonders stark ausgeprägt sind, welche eher neutral wirken und bei welchen Motiven eine Person deutlich anders bewertet als viele andere Menschen.

Grafische Auswertung eines individuellen Reiss Motivation Profile® mit den 16 Lebensmotiven und deren persönlicher Ausprägung.

Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Ausprägung, sondern das Zusammenspiel der Motive und deren Wechselwirkungen. Häufig entstehen die wertvollsten Erkenntnisse genau dort.

Vom Individuum zum Team

Besonders spannend wird es, wenn mehrere Profile miteinander betrachtet werden.

Plötzlich wird sichtbar, warum Menschen dieselbe Situation unterschiedlich wahrnehmen. Unterschiede, die zuvor als Widerstand, Kritik oder Konflikt interpretiert wurden, erhalten einen nachvollziehbaren Kontext.

Überlagerte Reiss Motivation Profile® mehrerer Personen mit unterschiedlichen Ausprägungen der 16 Lebensmotive zur Visualisierung verschiedener Perspektiven innerhalb eines Teams.

Dadurch entsteht eine neue Qualität der Kommunikation. Nicht weil plötzlich alle einer Meinung sind. Sondern weil unterschiedliche Perspektiven sichtbar und verständlich werden.

Perspektiven sichtbar machen

Werden mehrere Profile gemeinsam ausgewertet, entsteht eine Art Landkarte vorhandener Perspektiven.

Netzdiagramm mit zwei überlagerten Reiss Motivation Profile® zur Visualisierung unterschiedlicher Motivschwerpunkte und Perspektiven.

Dadurch lässt sich erkennen, welche Sichtweisen in einer Gruppe stark vertreten sind und wo möglicherweise Perspektiven fehlen, die für Entscheidungen, Veränderungen oder die Weiterentwicklung einer Organisation wertvoll sein könnten.

Genau deshalb betrachte ich das Reiss Motivation Profile® nicht als Persönlichkeitsanalyse.

Ich betrachte es als ein Werkzeug, das Perspektiven sichtbar macht.

Warum ein Profil allein nicht reicht.

Das Reiss Motivation Profile® macht Motive, Werte und persönliche Antreiber sichtbar. Es beantwortet jedoch keine Fragen.

Es liefert Anhaltspunkte für die richtigen Fragen.

Die entscheidenden Erkenntnisse entstehen nicht im Diagramm, sondern im Dialog. Erst wenn die Ergebnisse mit den tatsächlichen Herausforderungen des beruflichen und persönlichen Alltags in Verbindung gebracht werden, wird aus einer Auswertung eine Reflexion.

Und erst aus der Reflexion entsteht Verständnis.

Die wahre Stärke.

Viele Menschen betrachten das Reiss Motivation Profile® als Analysewerkzeug. Aus meiner Sicht liegt seine eigentliche Stärke jedoch an einer ganz anderen Stelle:

Das Reiss Motivation Profile® eröffnet Kommunikation.

Plötzlich werden Unterschiede sichtbar, ohne sie bewerten zu müssen. Aus Widerstand werden Perspektiven. Aus Missverständnissen entstehen Gespräche.

Genau deshalb arbeite ich in der Auswertung nicht nur mit dem Profil meines Gesprächspartners. Ich lege mein eigenes Profil daneben. Dadurch werden unterschiedliche Sichtweisen sichtbar und nachvollziehbar.

Die eigentliche Stärke des Reiss Motivation Profile® liegt nicht in der Analyse. Sie liegt in der Qualität der Gespräche, die dadurch möglich werden.

Verständnis entsteht im Dialog.

Die Teeküche als Spiegel unterschiedlicher Perspektiven.

Besonders spannend wird es, wenn mehrere Menschen gemeinsam betrachtet werden.

Ein einfaches Beispiel ist die Teeküche.

Für die eine Person ist die nicht eingeräumte Tasse lediglich eine Tasse.

Für die nächste Person ein Verstoß gegen Ordnung und Struktur.

Für eine dritte Person mangelnde Wertschätzung.

Die Realität ist dieselbe.

Die Wahrnehmung nicht.

Mehrere benutzte Tassen und Gläser in einer Teeküche als Beispiel für unterschiedliche Wahrnehmungen und Perspektiven im Arbeitsalltag.
Für die eine Person sind es nur Tassen. Für die nächste Person ein Verstoß gegen Ordnung und Struktur.

Werden mehrere Profile gemeinsam betrachtet, wird nachvollziehbar, warum Menschen dieselbe Situation unterschiedlich bewerten und weshalb bestimmte Themen immer wieder diskutiert werden.

Das Ziel besteht dabei nicht darin, dass alle gleich denken.

Nicht: Wer hat Recht?

Sondern: Welche Perspektive fehlt uns möglicherweise noch?

Warum ich mit dem RMP arbeite.

Im Laufe meiner unternehmerischen Tätigkeit habe ich gelernt, dass die meisten Probleme nicht durch fehlende Informationen entstehen.

Oft stehen die relevanten Informationen bereits zur Verfügung.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und in Entscheidungen einzubeziehen.

Ich arbeite mit dem Reiss Motivation Profile®, um die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren, dass wichtige Perspektiven verloren gehen

Das Reiss Motivation Profile® hilft dabei, unterschiedliche Wahrnehmungen, Motive und Sichtweisen sichtbar zu machen. Nicht um Menschen zu bewerten oder einzuordnen. Sondern um besser zu verstehen, warum unterschiedliche Menschen dieselbe Situation unterschiedlich betrachten.

Die teuersten Entscheidungen entstehen häufig lange bevor sie getroffen werden. Nicht weil Informationen fehlen. Sondern weil wichtige Perspektiven fehlen.

Genau deshalb bildet das Reiss Motivation Profile® heute einen festen Bestandteil meiner Unternehmerischen Standortbestimmung.

Warum das RMP Bestandteil meiner unternehmerischen Standortbestimmung ist.

Die Unternehmerische Standortbestimmung dient nicht dazu, vorschnelle Lösungen zu entwickeln oder Maßnahmen abzuleiten.

Sie dient zunächst dazu, die aktuelle Situation zu verstehen.

Dabei interessieren mich nicht nur Prozesse, Kennzahlen, Risiken oder Strukturen. Mich interessiert vor allem die Frage, aus welcher Perspektive diese Themen überhaupt betrachtet werden.

Genau deshalb beginnt die Unternehmerische Standortbestimmung mit dem Reiss Motivation Profile®.

Es schafft eine gemeinsame Grundlage für Reflexion, Orientierung und Dialog. Nicht um Menschen zu verändern, sondern um besser zu verstehen, wie Entscheidungen entstehen und weshalb unterschiedliche Menschen dieselbe Situation unterschiedlich bewerten.

Dadurch entsteht Klarheit. Nicht nur über die Organisation, sondern zunächst über die Menschen, die Verantwortung für sie tragen.

Die Wahrscheinlichkeit guter Entscheidungen steigt dort, wo unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden.

Und genau deshalb beginnt meine Arbeit an dieser Stelle.

Herzliche Grüße aus dem Rheinland
Alexander Rank

Weiterführende Information zur "unternehmerischen Standortbestimmung finden Sie hier:

Visualisierung der Unternehmerischen Standortbestimmung mit Fokus auf Orientierung, Risikoeinordnung, Perspektiven und Entscheidungsgrundlagen für Unternehmer und Geschäftsführer.
Warum Menschen dieselbe Realität unterschiedlich wahrnehmen.

Warum Menschen dieselbe Realität unterschiedlich wahrnehmen.

Die nächste Evolutionsstufe

Nach rund zwanzig Jahren in der Veranstaltungsbranche war meine Begeisterung ungebrochen.

Nicht die Leidenschaft war verschwunden.

Nicht die Freude an Menschen.

Nicht die Freude an Technik.

Nicht die Freude daran, gemeinsam mit anderen etwas Großes entstehen zu lassen.

Ganz im Gegenteil.

Ich hätte diesen Weg wahrscheinlich noch viele Jahre weitergehen können.

Mehr Veranstaltungen.

Mehr Technik.

Mehr Kunden.

Mehr Projekte.

Mehr Verantwortung.

Und ehrlich gesagt hatte ich überhaupt nicht das Gefühl, dass meine Reise in der Veranstaltungsbranche zu Ende wäre.

Es gab noch unzählige Möglichkeiten.

Neue Projekte.

Neue Ideen.

Neue Kunden.

Neue Technologien.

Neue Herausforderungen.

Alles sprach dafür, diesen Weg weiterzugehen.

Und vermutlich hätte ich genau das auch getan.

Doch heute glaube ich, dass manche Entwicklungen nicht ausschließlich durch unsere eigenen Entscheidungen entstehen.

Manche Begegnungen.

Manche Chancen.

Manche Wege.

Erscheinen in unserem Leben lange bevor wir verstehen, warum sie überhaupt dort sind.

Oft erkennen wir erst Jahre später, welche Bedeutung sie tatsächlich hatten.

So war es auch bei mir.

Ich glaube nicht, dass ich damals bewusst nach einer neuen Richtung gesucht habe.

Vielmehr wurde ich an einen Ort geführt, an dem etwas Neues auf mich wartete.

Etwas, das ich lernen sollte.

Etwas, das ich weder geplant noch erwartet hatte.

So führte mich mein Weg im Jahr 2011 nach Bonn.

Heute glaube ich, dass dies kein Wendepunkt war.

Auch kein Neuanfang.

Es war die nächste Evolutionsstufe.

Nicht weil das Vorherige abgeschlossen war.

Sondern weil das Nächste bereits auf mich gewartet hatte.

Person an einer professionellen Lichtsteuerkonsole in einer Veranstaltungstechnik-Umgebung. Das Bild steht für zwanzig Jahre Veranstaltungsbranche, Verantwortung, Wachstum und persönliche Entwicklung.

„Manche Lebensabschnitte enden, weil sie uns alles gelehrt haben, was wir auf diesem Weg lernen sollten.“

Der Spiegel allein löst kein Problem

Die spannendste Erkenntnis meiner bisherigen Entwicklung kam nicht aus einem Buch.

Nicht aus einem Seminar.

Nicht aus einem Workshop.

Und auch nicht aus einem Prozessmodell.

Sie entstand aus einer einfachen Frage:

Wenn in meiner eigenen Organisation Dinge nicht so funktionieren, wie ich es mir vorstelle, welchen Anteil habe ich selbst daran?

Diese Frage war unbequem.

Denn sie richtete den Blick nicht mehr auf Prozesse.

Nicht auf Systeme.

Nicht auf Strukturen.

Sondern auf mich selbst.

Wie viele Unternehmer vor mir begann ich dort zu suchen, wo man häufig sucht:

Bei Beratern.

Bei Analysen.

Bei Konzepten.

Bei Kennzahlen.

Bei Excel-Tabellen.

Viele dieser Dinge waren nicht falsch.

Sie zeigten mir einen Spiegel.

Doch sie halfen mir nicht dabei zu verstehen, was ich darin eigentlich sehen sollte.

Deshalb glaube ich heute:

Der Spiegel allein löst kein Problem.

Er macht lediglich sichtbar, was bereits vorhanden ist.

Die eigentliche Arbeit beginnt erst danach.

Nämlich dann, wenn wir beginnen zu verstehen, was uns die Realität gerade zeigen möchte.

„Mich interessiert nicht der Spiegel. Mich interessiert, was Menschen erkennen, wenn sie hineinschauen.“

Und genau dort begann meine eigentliche Reise.

Nicht bei Prozessen.

Nicht bei Methoden.

Nicht bei Werkzeugen.

Sondern bei der Frage:

Warum nehme ich bestimmte Dinge wahr, wie ich sie wahrnehme?

Und warum sehen andere Menschen dieselbe Situation oft völlig anders?

Die Lösung lag bereits in der Organisation

Je intensiver ich mich mit Organisationen, Veränderung und Zusammenarbeit beschäftigte, desto deutlicher wurde mir eine überraschende Erkenntnis:

Die meisten Lösungen waren bereits vorhanden.

Nicht in Berichten.

Nicht in Konzepten.

Nicht in Präsentationen.

Sondern in den Menschen.

Die Menschen wussten häufig sehr genau:

  • wo die Herausforderungen liegen,
  • welche Dinge funktionieren,
  • welche Dinge nicht funktionieren,
  • wo unnötige Reibungsverluste entstehen,
  • welche Risiken vorhanden sind,
  • und oft sogar, was notwendig wäre, um diese Risiken zu reduzieren.

Trotzdem blieb vieles unverändert.

Warum?

Weil Wissen allein nicht genügt.

Es muss sichtbar werden.

Und genau dort beginnt Kommunikation.

„Die Lösung lag häufig bereits in der Organisation. Das eigentliche Problem war die Kommunikation.“

Ein einfaches Beispiel:

Der eine betrachtet eine Prozesslandschaft und erkennt fehlende Standards.

Der andere erkennt ungenutzte Chancen.

Der nächste erkennt unnötige Bürokratie.

Und wieder ein anderer erkennt Risiken.

Alle betrachten dieselbe Situation.

Und alle haben aus ihrer Perspektive recht.

Nicht weil jemand Recht oder Unrecht hat.

Sondern weil Menschen unterschiedliche Dinge für wichtig halten.

Viele Konflikte entstehen deshalb nicht, weil Menschen gegensätzliche Ziele verfolgen.

Sie entstehen, weil Menschen glauben, über dasselbe zu sprechen, obwohl sie in Wirklichkeit etwas völlig Unterschiedliches wahrnehmen.

„Menschen diskutieren häufig nicht über das eigentliche Problem. Sie diskutieren über ihre Wahrnehmung des Problems.“

Erst die Menschen. Dann die Prozesse.

Eine der wichtigsten Erfahrungen dieser Zeit war die Begegnung mit einer Person, die mir half, meine eigene Wahrnehmung zu reflektieren.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits erkannt, dass die Herausforderungen innerhalb meiner Organisation nicht ausschließlich etwas mit Prozessen, Strukturen oder Rahmenbedingungen zu tun haben konnten.

Irgendetwas hatte auch mit mir zu tun.

Also begann ich, Hilfe im Außen zu suchen.

Nicht nach Antworten.

Sondern nach Verständnis.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit begegnete mir erstmals das Reiss Motivation Profile.

Rückblickend war jedoch nicht das Werkzeug die eigentliche Veränderung.

Die eigentliche Veränderung entstand durch die Gespräche.

Durch die Reflexion.

Durch die Bereitschaft, meine eigenen Motive, Werte, Überzeugungen und Muster ehrlich zu betrachten.

Zum ersten Mal begann ich zu verstehen:

  • warum bestimmte Situationen bei mir bestimmte Reaktionen auslösen,
  • warum ich manche Dinge für selbstverständlich halte,
  • warum ich bestimmte Themen wichtig finde,
  • und warum andere Menschen dieselben Situationen völlig anders erleben.

Nicht weil jemand Recht oder Unrecht hätte.

Sondern weil Menschen unterschiedliche Motive, Werte und Perspektiven besitzen.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis war jedoch eine andere:

Selbstreflexion endet nicht bei mir.

Sie hilft mir auch dabei, andere Menschen besser zu verstehen.

Nicht um sie zu bewerten.

Nicht um sie zu verändern.

Nicht um sie zu manipulieren.

Sondern um zu verstehen, warum sie handeln, entscheiden und kommunizieren, wie sie es tun.

Nachdem ich selbst erlebt hatte, welchen Mehrwert diese Form der Reflexion schaffen kann, wollte ich sie auch anderen Menschen ermöglichen.

Innerhalb kurzer Zeit veränderten sich Gespräche.

Missverständnisse wurden verständlicher.

Konflikte verloren an Schärfe.

Zusammenarbeit wurde leichter.

Nicht weil Menschen anders wurden.

Sondern weil Menschen begannen, einander besser zu verstehen.

Visualisierung eines Krisenreifegradmodells zur Unternehmenssteuerung und Krisenfrüherkennung. Das Bild steht für Verantwortung, Risikobewusstsein, Führung und nachhaltige Organisationsentwicklung.
Krisen beginnen selten mit einem einzelnen Ereignis. Sie entwickeln sich über Zeit. Verantwortung bedeutet, Warnsignale frühzeitig wahrzunehmen und rechtzeitig zu handeln.

Was Führung heute für mich bedeutet

Wenn mich die vergangenen Jahre eines gelehrt haben, dann dies:

Die meisten Menschen wollen einen guten Beitrag leisten.

Sie wollen verstehen.

Sie wollen dazugehören.

Sie wollen Sinn erleben.

Und sie wollen mit ihrer Arbeit etwas bewirken.

Deshalb beginnt Führung für mich mit Interesse.

Mit Zuhören.

Mit Verständnis.

Mit der Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen.

Doch Verstehen allein genügt nicht.

„Verstehen ist nicht das Ziel. Verstehen ist die Voraussetzung.“

Erst wenn Menschen verstehen, worum es geht, können sie Verantwortung übernehmen.

Und Verantwortung entsteht nicht durch Lippenbekenntnisse.

Verantwortung entsteht dort, wo Menschen alles erhalten, was sie benötigen, um erfolgreich handeln zu können:

  • klare Erwartungen,
  • klare Ziele,
  • klare Zuständigkeiten,
  • die notwendigen Informationen,
  • die notwendigen Ressourcen,
  • die notwendigen Werkzeuge.

Für mich bedeutet gute Führung deshalb nicht, jeden Prozess selbst zu überwachen.

Gute Führung bedeutet, Menschen in die Lage zu versetzen, genau das selbst zu tun.

Die entscheidende Frage lautet nicht:

Wie viel Kontrolle braucht eine Organisation?

Sondern:

Wer übernimmt Verantwortung?

„Unternehmerische Freiheit entsteht dort, wo Verantwortung übernommen werden kann.“

Mein Fazit

Der eigentliche Zielzustand ist aus meiner Sicht nicht, dass die Geschäftsführung alles weiß.

Der Zielzustand ist:

  • dass die richtigen Menschen die richtigen Dinge wissen,
  • dass Verantwortung dort übernommen wird, wo Kompetenz vorhanden ist,
  • dass Risiken dort erkannt werden, wo sie entstehen,
  • und dass Entscheidungen dort getroffen werden, wo die besten Informationen vorliegen.

Dann entsteht Entlastung.

Dann entsteht Sicherheit.

Dann entsteht Handlungsfähigkeit.

Und genau darin besteht heute meine Aufgabe:

Menschen, Führungskräfte und Unternehmer dabei zu unterstützen, Organisationen aufzubauen, in denen Verantwortung übernommen werden kann.

Organisationen, in denen Wissen sichtbar wird.

Organisationen, in denen Probleme frühzeitig erkannt werden.

Organisationen, in denen Risiken angesprochen werden, bevor sie kritisch werden.

Und Organisationen, in denen Menschen die Voraussetzungen erhalten, erfolgreich handeln zu können.

„Dann entsteht Vertrauen. Nicht durch Hoffnung. Nicht durch Hierarchie. Nicht durch Kontrolle. Sondern durch Verantwortung.“

Vielleicht ist genau das der Grund, warum mich mein Weg über die Veranstaltungsbranche, die Unternehmensführung, das Coaching, die Persönlichkeitsentwicklung und das Risikomanagement bis hierhergeführt hat.

Damit ich heute gemeinsam mit meinen Kunden genau diese Voraussetzungen schaffen kann.

Mit einem Gruß von Herzen aus dem Rheinland
Alexander Rank